Im ersten Teil meiner Bilanz habe ich so ausführlich über die Problematik eines Lernblogs geschrieben, dass man leicht den Eindruck gewinnt, ich halte das Format „Lernblog“ grundsätzlich für verfehlt. Dass dem nicht so ist, ich dem Bloggen durchaus etwas Positives abgewinnen kann und mir auch vorstellen kann, es im Unterricht zu integrieren, möchte ich nun noch erläutern.

Bloggen macht vor allem dann Sinn, wenn man sich für ein Thema so sehr begeistert, davon so viel weiss oder so viel Erfahrung hat, dass man seine Kenntnisse weitergeben möchte. Schreibt man einen Blog zu einem Thema, das einem sehr am Herzen liegt, wird man automatisch engagierter und lebendiger Bloggen und dadurch auch leichter von anderen Menschen mit der gleichen Passion gefunden. Das generiert dann auch eher Resonanz als ein Pflicht-Blog zu einem mehr oder wenig stark vorgegebenen Thema. Deshalb nehme ich mir vor, dass ich mir zwar gut vorstellen kann, meine Schülerinnen und Schüler einen Webblog schreiben zu lassen, aber nur, wenn sie das Thema so frei wie möglich wählen können. Das ist natürlich im Deutschunterricht einfacher als in einem LIN:K-Modul. Dass ein Blog über das Anlegen eines Gartens oder über das Selber-Verfertigen von Kleidern nicht als Leistungsnachweis angerechnet wird, wenn es um Lernen im Internet geht, versteht sich ja von selbst. Aber im Deutschunterricht werden fachrelevante Kompetenzen ganz unabhängig vom Blog-Thema gefördert. Selbst wenn die Schülerinnen und Schüler statt über Goethe, Schiller und Brecht eher über Computerspiele, Hasenzucht, Fussballtraining oder Heavy-Metall bloggen, trainieren sie dabei ihren Wortschatz, ihre Formulierungs- und Rechtschreibekompetenzen. Zudem könnte man dann die Regeln für gut sichtbare und damit auch gut gelesene Blogs als Unterrichtsthema nehmen und somit gleich die Reflexion auf eigene Texte und deren Wirkung fördern. Anhand der Regel Nr. 3 in den „Todesurteilen für Blogs“ – „Überschrift schreit: Lies mich nicht“ (s. Teil 1) – kann man gleich rhetorische Figuren und Tropen trainieren, denn diese überraschen, sehen schön aus und machen Lust, etwas zu lesen. Man sieht also: Obwohl ich im Verfassen von Lernblogs gewisse Problematiken wahrnehme, kann ich mir gut vorstellen, diesen gewinnbringend in den Unterricht zu integrieren.

Und auch mein Lernblog war nicht ohne Nutzen. Denn letztendlich war mein Ziel ja nicht, einen weltbewegenden Blog zu schreiben, der eine internationale Debatte entfacht und eine riesige Community gründet. Vielmehr wollte ich einfach einmal ausprobieren, wie man einen Blog einrichtet und wie man bloggt. Ich habe es nicht nur geschafft, mit dem zugegebenermassen recht einfachen Tools von WordPress einen eigenen Blog zu erstellen, sondern ich habe mich für die Blogs auch immer wieder mit bestimmten Themen auseinandergesetzt. Das ist im Sinne von langfristigem Lernen sehr sinnvoll. Bestimmt hätte die ganze Übung mehr Spass gemacht, wenn mehr Leute aus dem LIN:K-Kurs einen zugänlichen Blog geschrieben hätten. Dann wäre mehr Austausch zustande gekommen, aber ich hätte dann nicht reflektiert, was mir wichtig ist, falls ich meinen Schülerinnen und Schülern einmal den Auftrag gebe, einen Lernblog zu schreiben. Die Moral der Geschichte ist also: Bloggt, dass sich die Balken biegen, aber bitte zu einem Thema, das euch und deshalb hoffentlich auch andere brennend interessiert!
Wie kann ich einen Blog erstellen? 5 Tipps zum erfolgreichen start
1: Du brauchst nicht viel, nur die Passion, die du bereits hast.




Studium erfolgreich abschliessen können. Das Schweizer Maturazeugnis bestätigt nämlich nicht weniger als die allgemeine Studierfähigkeit. Dass dies selbstredend blosses Wunschdenken ist, wurde in den letzten Jahren vermehrt und bisweilen ziemlich polemisch diskutiert. So berichteten die
ge, die man beim Schreiben in einem Blog, auf Olat oder ähnlichen Plattformen nicht braucht. Deshalb sollte man als Lehrperson meines Erachtens nicht nur online Texte erfassen lassen, sondern auch Grundkenntnisse im guten alten Word vermitteln.

s andere als modern und wirklich gut ist die Form auch nicht, aber egal: niemand siehts und ich bekomme keine Komplexe, weil die anderen viel schneller, trainierter und natürlich schöner sind als ich. (= Somit mache ich brav alles mit. Auch das, was wahrscheinlich sehr sehr sehr lächerlich aussieht.
n mein Russisch eher Spanisch tönt, wird mir das leider im schlechtesten Falle erst in Moskau auffallen. So ist es halt, es gibt keine Rosen ohne Dorne, aber an den Rosen darf man sich trotzdem freuen!
irgendwie verstaubten Eminenzen, die uns ein Fach beibringen wollten, das uns vielleicht irgendwann einmal interessiert hätte, an dem uns aber jede Freude durch eine entsprechende Lehrerperson gründlich und langfristig verdorben wurde. Aber erinnern wir uns auch an die anderen, jene Lehrerinnen und Lehrer, die uns für ein Fach begeistern konnten, das uns vorher nicht sonderlich interessiert hatte? Ich habe beides erlebt und finde es ganz schwierig, präzise zu benennen, was denn eine gute von einer schlechten Lehrperson unterscheidet.
systematische Nutzung aller zugänglichen Informationen, die Auskunft über Lernmöglichkeiten, Lernstand, Lernprozess und Lernerträge liefern und zwar durch ein bidirektionales Feedback. Also die Lehrenden geben den Lernenden Feedbacks und vice versa. „Redät mitenand“ würde der Schweizer sagen. Auch hier kann computergestütztes Lernen vor allem beim Erstellen, Ausfüllen und Auswerten von Fragebogen helfen, aber auch durch die vielen online Kommunikationsformen ist moderne Technologie für diesen Aspekt von gutem Unterricht förderlich.

Innovationen einteilen: Die Idee, dass man etwas lernen kann, ohne in der Schule zu sitzen, ist älter als 250 Jahre. So verschickte die sogenannte
härfen. Diese Fernlern-Generation ist eng verknüpft mit dem Boom der Open Universities gegen Ende der 1960er und Anfang der 1970er. Vielen von diesen Fernuniversitäten richten regionale Studienzentren ein, welche regelmässig Audiokonferenzen organisieren, bei denen Studierende sich mit ihren Mitstudierenden und vor allem auch mit ihren Lehrerinnen und Lehrern austauschen können. Damit ist zwar das Problem der mono-direktionalen Kommunikation wenigstens ansatzweise gelöst, jedoch entsteht dabei eine neue Schwierigkeit: „Die Synchronität der Telekonferenzmedien steht dem Gedanken, einer möglichst großen Zahl von Personen einen Zugang zum Studium zu ermöglichen, entgegen“ (Zawacki-Richter). Tatsächlich muss es für die Ziele einer Fernuniversität als Rückschritt erachtet werden, wenn sie zu Gunsten einer optimalen Kommunikationskultur an zeitlicher und örtlicher Flexibilität einbüsst. Genau die Flexibilität sollte ja der Vorteil von Fernuniversitäten Gegenüber herkömmlichen Lerninstitutionen sein.
Wollmilchsau im Fernlernstall gezüchtet. Bereits die explosionsartige Entwicklung des Internet und die massenhafte Verbreitung von Computern in den 1990er Jahren ebneten den Weg zu einem ganz neuen Fernlern-Szenario. Doch erst der Durchbruch des Web 2.0, die enorme Verbreitung von interaktiven Anwendungen im Internet, führten zum goldenen Fernlern-Zeitaltern, in dem wir heute leben. Es hat sich nämlich gezeigt, „dass der Programmierte Unterricht ohne soziale Interaktion und ohne Dialog zwischen Lernenden und Lehrenden sowie den Lernenden untereinander wenig erfolgreich ist“ (Zawacki-Richter). Diesen lernbehindernden Missstand behebt das Web 2.0 und die darauf basierenden Ideen zum E-Learning 2.0. Wikipedia, Personal Learning Environments oder auch Lernblogs und die vielen vielen anderen E-Learning-Tools haben nämlich eines gemeinsam: Sie „leben von der aktiven Inhaltsgenerierung der Nutzer/innen“ und tragen damit der Tatsache Rechnung, dass Lernen ein sozialer Prozess ist, der nicht ohne Kommunikation und Feedback auskommen kann (Zawacki-Richter).

